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Stephan Mernberger über seine Arbeit als Lehrer

Was macht eigentlich..?

Stephan Mernberger

Etwa 150 Mitarbeitende des Lernstudios tragen mit ihrem Einsatz täglich dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler ihr Lernpotential voll entfalten können. Stephan Mernberger ist seit bald 17 Jahren Fachlehrer an der Tagesschule in Winterthur. Er unterrichtet die Sekundarstufen 1 bis 3 in Deutsch, Englisch, Geschichte und Berufskunde. Im Interview verrät er uns, was er am Lernstudio am meisten schätzt.

Astrid Marquardt (AMa): Stephan, du bist seit 17 Jahren Bildungsexperte beim Lernstudio. Was hat dich damals nach Winterthur geführt?

Stephan Mernberger (StM): (lacht) Die Liebe! Nachdem meine Frau und ich uns kennengelernt hatten, hat es uns in Winterthur gut gefallen. So gut, dass wir geblieben sind.

AMa: Damals hat es hier aber noch etwas anders ausgesehen, oder?

StM: Das ist richtig. Wir sitzen hier gerade in einem sehr modernen Gebäude. Früher befand sich am gleichen Ort eine alte Villa, ähnlich wie das Lernstudio-Gebäude an der Englischviertelstrasse. Das Stadtbild hat sich über die Jahre verändert, aber das Lernstudio ist geblieben.

AMa: Und du scheinst deinen Lehrberuf nach all den Jahren auch noch sehr zu mögen?

StM: Ja! Ich mache das sehr gern. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liegt mir. Zu Hause habe ich ausserdem meine zwei eigenen Kinder – etwa im gleichen Alter. Die Bedürfnisse der Lernstudio-Schülerinnen und Schüler kann ich also gut nachvollziehen. Meine beiden Kinder besuchen jedoch eine öffentliche Schule.

AMa: Interessant. Also kannst du direkt vergleichen zwischen öffentlicher und privater Bildungsinstitution. Wo liegen für dich die Hauptunterschiede?

StM: Ich denke, meine Kinder lernen zusätzlich viel mit uns Eltern zu Hause, während man im Lernstudio mehr Zeit dafür im Unterricht hat. Darum schätze ich als Lehrer die Arbeit in kleinen Gruppen. Die Zeit, die mir für meine Schülerinnen und Schüler zur Verfügung steht, kann ich – im Vergleich zu den grossen Klassen, die es oft in der öffentlichen Schule gibt – viel effizienter nutzen. Eine einzelne Lehrperson, die allein fast 30 Jugendlichen betreuen soll, kann kaum auf deren persönliche Bedürfnisse eingehen. Es fehlt schlicht die Zeit. Dieser Punkt macht für mich das Konzept des Lernstudios aus. In kleinen Gruppen arbeitet man sehr individuell mit den Kindern zusammen. Aber auch dessen muss man sich bewusst sein und ein gutes Verhältnis zwischen Vertrauen und Distanz schaffen.

AMa: Und wie würdest du deinen Unterrichtsstil beschreiben?

StM: Neben Authentizität und Empathie spielt für mich Humor eine grosse Rolle. Humor löst zwar nicht jedes Problem, er macht aber Vieles leichter. Ich unterrichte gern, komme aber auch gern nach Hause und kümmere mich da weiter um meine Kinder. Ich bin da quasi im «Flow» (lacht).

AMa: Gibt es ein Erlebnis im Lernstudio, welches dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

StM: Da gibt es viele. Am Schönsten ist es für mich, wenn ich sehe, dass die Schülerinnen und Schüler mit Freude in den Unterricht kommen und gerne hier sind. Das klingt unspektakulär, aber es ist so. Darum fühle ich mich im Lernstudio sehr zu Hause.

AMa: Stephan, 17 Jahre beim Lernstudio sind eine lange Zeit. Mit dem Lehrplan 21 kommen schweizweit verschiedene Veränderungen auf alle Lehrpersonen zu. Was bedeutet es für dich?

StM: Ob sich da wirklich so viel verändern wird?! Ich schätze zwar den neuen Visualizer auf meinem Pult, der ist wirklich hilfreich! Trotz der fortschreitenden Digitalisierung im Klassenzimmer finde ich etwas Praktisches, wie zum Beispiel das Basteln, für den Schulfortschritt jedoch einfach unersetzlich. Das zeigt sich auch an unseren Handy-Boxen: Es kommt oft vor, dass die Kinder, die ihre Mobilephones während der Schulzeit in die Boxen legen müssen, vergessen sie nach dem Unterricht abzuholen. Das finde ich sensationell! Das Thema «Kompetenzorientierung» ist für uns auch nicht ganz neu. Wir bereiten unsere Lernenden mit den richtigen Arbeits- und Lerntechniken im Unterricht schon früh darauf vor, nachhaltig zu lernen. Ich stehe diesen Veränderungen also eigentlich sehr entspannt gegenüber. (schmunzelt)

Dieses Interview ist Teil der Newsletter-Serie «Was macht eigentlich..?». Haben Sie beispielsweise schon Rita Brunetti, Fachlehrerin aus dem Kurs- und Nachhilfebereich, Daniela Rohrer, Fachverantwortliche Schulergänzende Betreuung, oder David Tassi, Schulleitung des Lernstudios Stüssistrasse, kennengelernt? Regelmässig stellen wir Ihnen unsere erfahrenen Bildungsexperten aus dem Lernstudio vor – melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an.