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Marc Tschann, neuer Unternehmensleiter, stellt sich vor

Was macht eigentlich...?

Etwa 150 Mitarbeitende des Lernstudios tragen mit ihrem Einsatz täglich dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler ihr Lernpotential voll entfalten können. Mit einem neuen Unternehmensleiter des Lernstudios ist es natürlich unsere Pflicht, Ihnen Marc Tschann näher vorzustellen und Einblick in seine Ziele und Ideen zu geben.

Astrid Marquardt (AMA): Marc, die ersten zwei Monate, wie waren sie für dich?

Marc Tschann (MT): Natürlich lerne ich das Lernstudio gerade noch kennen. Jeder Tag ist spannend, was ich sehr mag, denn ich lerne gerne Neues dazu. Ausserdem erlebe ich ein sehr engagiertes Team, was mir wirklich grosse Freude bereitet und mit dem ich gerne zusammenarbeite.

AMA: Anfang September ergaben sich wichtige Wechsel – nicht nur beim Lernstudio – sondern auch in der Kalaidos Bildungsgruppe mit der Integration in die Klett Gruppe. Welches ist deine Aufgabe als neuer Unternehmensleiter und kannst du etwas zu deinem Führungsstil sagen?

MT: Die Aufgabe als Unternehmensleiter des Lernstudios hat sich nicht verändert. Ich führe unsere Privatschule als Unternehmen mit allem was dazu gehört. Ich pflege einen situativen und wenn möglich kooperativen Führungsstil. Für mich ist klar: Mehrere Köpfe denken besser als ein Kopf allein. Ich habe viele gut ausgebildete Fachleute um mich herum und die möchte ich so gut wie möglich einbinden. Natürlich trage ich schlussendlich die Verantwortung – ich verstehe mich aber als Katalysator, der es seinem Team ermöglicht, sich mit seinem ganzen Knowhow im Lernstudio einzubringen.

AMA: Für diejenigen, die dich noch nicht kennen, erzähl doch kurz: Was hast du vor dem Lernstudio gemacht und wie ist dein Werdegang?

MT: Ich hatte das Glück, dass ich schon in einige interessante Bereiche Einblick gewinnen durfte. Für mich ist das ein Vorteil, denn jetzt kann ich diese Welten verbinden. Beispielsweise habe ich 10 Jahre Erfahrungen in der Informatikbranche gesammelt, 10 weitere im Finanzbereich. Die letzten 20 Jahren war und bin ich nun im Bildungsbereich tätig, 10 Jahre davon an der Pädagogischen Hochschule in Zürich. Zuerst hatte ich als Quereinsteiger die Sekundarlehrerausbildung absolviert und unterrichtete eine Weile an der öffentlichen Schule wie auch in Privatschulen, danach arbeitete ich zuerst als Tutor, dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Hochschuldidaktik und Erwachsenenbildung der PHZH und nahm verschiedene Beratungstätigkeiten wahr. Die letzten Jahre war ich vor allem für das öffentliche Bildungswesen tätig, unter anderem in einer Kreisschulbehörde der Stadt Zürich, in der ich nach wie vor Geschäftsleitungsmitglied bin. Zuletzt war ich Schulleiter an der öffentlichen Schule im schönen Flaachtal. Eine meiner wichtigsten Eigenschaften ist sicher, dass ich ein sehr neugieriger Mensch bin. Und im Bildungsbereich gibt es viele Möglichkeiten Neues zu entdecken und zu entwickeln.

AMA: Wie siehst du das, welche Potentiale gibt es im Bildungssektor deiner Meinung nach?

MT: Ich erlebe beide – die öffentliche wie auch die private Bildungslandschaft – als innovativ. Jeder Sektor hat seine Stärken und zusammen ergänzen sie sich sehr gut. Beide reagieren auf die Herausforderungen unserer Welt, beispielsweise die Digitalisierung. Das eröffnet neue Formen des Lehrens und Lernens. Das Lernstudio als innovative Schule hier auf diesem Weg weiterzuführen sehe ich als eines meiner Ziele an.

AMA: Was hat dich an der Funktion des Unternehmensleiters des Lernstudios angesprochen, dass es dich aus der öffentlichen an die private Schule gezogen hat?

MT: Nun, die ersten Jahre meines Berufslebens verbrachte ich ja in der Privatwirtschaft, die letzten Jahre im öffentlichen Bildungswesen. Schon seit einiger Zeit hegte ich den Wunsch, wieder in einem privatwirtschaftlichen Unternehmen meine Erfahrungen aus beiden Welten zu vereinen. Als ich dann das Stelleninserat des Lernstudios sah, war der Fall klar für mich. Das Lernstudio ist eine renommierte Privatschule und dieses Unternehmen zu leiten ist spannend und fasziniert mich – und passt genau zu meinem Wunsch.

AMA: Was gefällt dir am Lernstudio?

MT: Einerseits ganz grundsätzlich, dass das Lernstudio als Unternehmen im Bildungswesen tätig ist. Im Herzen bleibe ich immer auch Lehrer und was gibt es Schöneres für einen Lehrer, als Menschen zu befähigen, ihre Ziele zu erreichen? Darüber hinaus erlebe ich das System Schule in meiner jetzigen Rolle aus einer neuen Perspektive und in einem anderen Setting. Um erfolgreich zu sein, müssen wir hervorragende Qualität liefern und dabei gleichzeitig effizienter sein als die öffentliche Schule. Diese Herausforderung spornt mich an. Was mir aber im Alltag am meisten gefällt, sind die Menschen im Lernstudio. Es arbeiten hier alles sehr hochmotivierte, hochqualifizierte Leute und mit diesen zusammenarbeiten zu dürfen, freut mich besonders.

AMA: Was motiviert dich?

MT: Gemeinsam Lösungen zu finden. Das Lernstudio als Bildungsinstitution soll die bestmögliche Schule für Kinder und Jugendliche sein, damit diese ihre Ziele erreichen und ihre Träume verwirklichen können. Denn schliesslich sind wir keine Technokraten, sondern arbeiten eng mit unseren Schülerinnen und Schülern zusammen und setzen uns intensiv mit deren Bedürfnissen auseinander.

AMA: Welche Werte sind dir wichtig?

MT: In einer Organisation sind mir Qualität und Leistung wichtig. Bezogen auf uns als Schule immer auch mit einer grossen menschlichen Komponente. Ehrlichkeit, Offenheit und Transparenz sind für mich das A und O und bilden zusammen mit Verlässlichkeit die Basis fürs Zusammenarbeiten und Zusammenleben.

AMA: Gilt das auch für die Art, wie das Lernstudio Unterricht gibt?

MT: Selbstverständlich. Das Lernstudio unterrichtet sehr ziel- und leistungsorientiert. Es ist aber wichtig, dass unsere Lernenden ihre Ziele in einem gesunden und altersgerechten Umfeld erreichen können. Der Gesellschaftsdruck ist sehr hoch und wir tragen Mitverantwortung, dass unsere Schülerinnen und Schüler lernen das Optimum aus sich herauszuholen – aber nicht um jeden Preis. Ich verstehe das Lernstudio als begleitende, unterstützende, fördernde und rahmengebende Schule.

AMA: Welche Ziele verfolgst du als Unternehmensleiter mit dem Lernstudio?

MT: Das Lernstudio gibt es seit über 50 Jahren und hat sich als Privatschule einen sehr guten Namen erarbeitet. Darauf möchte ich aufbauen. Unsere Welt verändert sich jedoch rasant und damit auch die Berufswelt. Dem müssen wir Rechnung tragen und unsere Schülerinnen und Schüler auf diese modernen Herausforderungen vorbreiten. Partnerschaften, wie wir sie zum Beispiel mit der ETH Zürich pflegen, gehören für mich darum zu unserem didaktischen Erfolg dazu. Die Digitalisierung wird uns sicher auch weiterhin stark beschäftigen. Ich verstehe diese Herausforderungen als Chance.

AMA: Und was machst du, um dich zu erholen von so viel Bildung?

MT: (lacht) Natürlich habe ich auch noch ein Privatleben. Ich bin im schönen Horgen zu Hause und geniesse gerne die wunderbaren Naherholungsgebiete mit toller Aussicht und frischer Luft auf dem Horgenberg und Hirzel. Habe ich mehr Zeit, erhole ich mich gern beim Wandern und Biken. Ich bin aber auch ein politischer Mensch, lese viel und verfolge intensiv das Weltgeschehen, insbesondere auch die Entwicklungen in China. Da ich eine Weile dort gelebt habe, finde ich es hoch spannend, was dort gerade vor sich geht.

AMA: Lieber Marc, vielen Dank für das ebenfalls hoch spannende Interview.

Dieses Interview ist Teil der Newsletter-Serie «Was macht eigentlich..?». Regelmässig stellen wir Ihnen unsere erfahrenen Bildungsexperten aus dem Lernstudio vor – melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an.