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Lernstudio als Pilotschule: ECDL Computing

Jugendliche lernen Programmieren

Lernstudio Computational Thinking

Mit dem Lehrplan 21 kommt er – der obligatorische (Medien- und) Informatikunterricht. Doch schon heute sind unsere Jugendlichen mehr denn je gefordert sich digital fit zu machen. Denn der aktuelle Arbeitsmarkt benötigt mehr gut ausgebildete Fachkräfte in Informations- und Kommunikationstechnologien als derzeit vorhanden sind.

 

Eine Möglichkeit, sich solches Wissen anzueignen, gibt es mit den ECDL (European Computer Driving Licence) Zertifikaten. Wer einen solchen Computer-Führerschein erworben hat, kann ein bestimmtes Basiswissen in den gängigen Computeranwendungen vorweisen. Als offizieller Partner und Prüfungsstandort hat das Lernstudio die ECDL-Kurse bereits als Wahlfach für die Schülerinnen und Schüler der 2. und 3. Sekundarstufe angeboten. Nun gehen die beiden Firmen in einem Pilotprojekt einen bedeutenden Schritt weiter.

 

Als Pilotschule startet das Lernstudio an der Stüssistrasse in Zürich ab diesem März in seiner Berufsvorbereitungsklasse (3. Sekundarstufe) das neue ECDL Standard Modul «Computing». Sieben Schülerinnen und Schüler eignen sich in diesem Modul Kenntnisse im Computational Thinking sowie Programmieren an. Ziel der Schülerinnen und Schüler wird sein, Programme mit Schleifen, bedingten Anweisungen und Parametern zu schreiben und zu testen. Mit dem ECDL-Zertifikat sollen sich die Jugendlichen danach für Lehrstellen bewerben und ihren Mitbewerbern gegenüber entscheidende Vorteile haben.

Dem Computational Thinking auf der Spur
Doch zuerst – was heisst Computational Thinking überhaupt? Zu Deutsch «Informatisches Denken» bedeutet, die Fähigkeit zu haben, ein Problem zu identifizieren, abstrakt zu modellieren, es dabei in Teilprobleme oder -schritte zu zerlegen, Lösungsstrategien zu entwerfen und auszuarbeiten und diese so darzustellen, dass sie von einem Menschen oder auch von einem Computer verstanden und ausgeführt werden können. Neben den klassischen MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) werden diese Kenntnisse darum fortan immer wichtiger. Sie helfen uns, unsere digitalisierte Welt zu verstehen und selbst mitzugestalten. Die Argumente für Computational Thinking finden sich darum nicht nur in der Zusammenarbeit mit IT-Spezialisten wieder. Das strukturierte Denken lässt sich mühelos in andere Bereiche übertragen: Beim Verstehen, Analysieren und Lösen von Problemstellungen.

Wie es zu diesem Pilotprojekt kam? Im Sommer 2017 wurde der Pädagogischen Hochschule St. Gallen der Auftrag erteilt, die Inhalte des Lehrplan 21 im Bereich Informatik mit den Inhalten der ECDL Module zu vergleichen. Dieser Abgleich ergab, dass das neue ECDL Modul Computing die Inhalte im Bereich Informatik sehr gut abdeckt – sogar über den Lehrplan hinausgeht. Auch werden die neu verlangten Anwenderkenntnisse des Lehrplan 21 durch die bestehenden ECDL Module (Computer-Grundlagen, Online-Grundlagen, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, und Präsentation) berücksichtigt.

Die Lernziele des neuen Computing Moduls:

  • Dank den Fertigkeiten aus dem Modul Computing können die Lernenden einfache Probleme der Informationsverarbeitung analysieren und eine systematische Vorgehensweise (Algorithmus) zu deren Lösung finden.
  • Sie kennen die Grundlagen der Erstellung eines Programms und können so einem Computer direkt die Anweisungen zur Lösung geben.
  • Beim Codieren der Lösung nutzen die Jugendlichen Abläufe, logische Tests und Variablen in einer geeigneter Datendarstellung.
  • Sie können dabei Schleifen, bedingte Anweisungen und Funktionen einsetzen, sowie Programme testen und Fehler bereinigen.

Keine Angst vor Computing
Wer nun denkt, dass die Jugendlichen lernen müssen, komplizierte Codes zu schreiben, kann beruhigt werden. Spielerisch und mit grafisch ansprechenden Lehrmitteln werden die Teilnehmenden am Lernstudio systematisch an das Thema herangeführt und unterstützt. Es muss also niemand Angst vor «Computing» haben. Im Gegenteil, die Herausforderung, ein eigenes Skript oder Computerprogramm zu erstellen, macht grossen Spass.

Sich der Dringlichkeit dieses Themas bewusst, hat das Lernstudio bereits im Jahr 2017 ein ähnliches Projekt im Lernstudio Winterthur durchgeführt. In einer gemeinsamen Partnerschaft mit der ETH Zürich wurde während eines Semesters die digitale Transformation ins Klassenzimmer geholt. So lernte eine Klasse, mit Jugendlichen im Alter von 11 bis 13 Jahren, eine einfache Programmiersprache spielerisch kennen. Unterstützt wurde der Unterricht durch das ABZ-Team des renommierten ETH-Professors Juraj Hromkovič.

Auch der Lernstudio-Themenabend vom 28. September 2017 widmete sich der Digitalisierung im Klassenzimmer. Im laufenden Jahr werden diese Pilotprojekte weiterverfolgt. Sie sollen den Grundstein legen, den Lernstudio-Schülerinnen und -Schülern ein umfassendes informatisches Basiswissen für ihren Berufsstart mitzugeben.

Um die Wissenslücken der Volksschullehrpläne zum Gymnasium zu schliessen, strebt das Lernstudio weitere Anstrengungen an, die alle eins zum Ziel haben: Den Jugendlichen einen optimalen Sprung in ihre künftige Karriere zu ermöglichen.